Achterbahnauswärtsfahrt mit glücklichem Ende

Zum ersten Mal in dieser noch jungen Oberligasaison mussten die Leipzig Lakers die Stadt verlassen, um in der Ferne in Chemnitz anzutreten. Dieses ungewohnte Terrain zeigte sich als deutlich härteres Pflaster als anfangs gedacht, jedoch konnte der so wichtige Sieg gegen die Nachwuchsbasketballelite aus Karl-Marx-Stadt am Ende mit nach Leipzig genommen werden.

Auf die jungen Chemnitzer traf man bereits das zweite Mal in der Saison. Im ersten Aufeinandertreffen im Sachsenpokal konnten sich die Lakers ganz am Anfang der Spielzeit knapp durchsetzen und somit in die nächste Runde einziehen. Der Gegner war also bekannt und das letzte Spiel erwies sich als sehr unangenehm. Dieses Mal sollte die Angelegenheit angesichts der zuletzt guten Leistungen deutlicher gestaltet werden.

Der Spielbeginn war fahrig, von vielen unabgeschlossenen Fastbreaks und Turnovern auf beiden Seiten geprägt. Während Chemnitz vermehrt auf Abschlüsse von jenseits der Dreierlinie setzte, versuchten die Lakers ihr Setplay ruhig aufzuziehen und den Gegner mit der körperlichen Überlegenheit zu zermürben. Da dieser Plan auf Grund von Unkonzentriertheiten, hektischen Abschlüssen und mangelnder Kommunikation nicht ganz aufging, stockte das Spiel. Der Spielstand von 6:14 nach den ersten 10 Minuten spricht dabei Bände.

Im zweiten Viertel wurde zwar der Druck erhöht, jedoch war immer noch viel Sand im offensiven Getriebe und man war lediglich in der Lage, mickrige 10 Punkte selbst zu erzielen. Zum Glück nutze Chemnitz diesen schwachen Moment nicht aus und beide Teams verabschiedeten sich mit 18:24 in die bitter benötigte Halbzeitpause.

Vermutlich waren sich die Leipziger angesichts des leichten Polsters und des Spielverlaufs zu sicher, anders kann man das Auftreten der Mannschaft nach der Pause nicht erklären. Zwar konnte im dritten Viertel der Vorsprung auf 10 Punkte ausgebaut werden (31:41), doch in der letzten Periode verlor man komplett den Faden. Bälle wurden leichtfertig ohne gegnerische Einwirkung hergeschenkt, die Verteidigung war immer einen Schritt zu spät am Gegenspieler, Chemnitz verkürzte den Spielstand immer weiter und ging sogar 2 Minuten vor Schluss erstmals in Führung. Zwei Auszeiten der Trainer und eine deutliche Ansprache im Team brachten dann allerdings die Wende. Hinzu kam, dass die noch sehr unerfahrenen Chemnitzer nun zu viel wollten und ihrer Unerfahrenheit Tribut zollten. Nun konnte man sich endlich die defensiven Rebounds schnappen und wurde dann aus taktischen Gründen vom Gegner gefoult. Die abermals gute Freiwurfqoute bescherte den Lakers in der Schlussphase dann doch noch den wichtigen, an diesem Tag aber auch nicht ganz verdienten 48:55-Sieg.

Ob es nun daran lag, dass das erste Mal auswärts gespielt oder der Gegner schlichtweg unterschätzt wurde: Die Leipziger müssen sich – vor allem offensiv – in den kommenden Spielen deutlich steigern und über die Dauer von 40 Minuten eine konstante Leistung abliefern, um den leichten Aufwärtstrend fortzusetzen. Gelegenheit dazu bietet sich schon am kommenden Wochenende in Plauen – eine Gelegenheit also, Auswärtsfahrten mit deutlich positiveren Gedanken in Erinnerung zu halten.

 

BV Chemnitz 99 3. – Leipzig Lakers                          48:55 (6:14, 18:24, 31:41)

Lakers: Wenzel (13), Meißner (11), Zschämisch (10), Aris (9), Gröger und Leu (je 6), Ahlendorf, Jäger, Berger, Kurpjuwait

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